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Ernst CranReden & RitualeNürnberg

Die freie Trauerrede

Eine Alternative zur konfessionellen Bestattung

Verstorbene, die aus der Kirche ausgetreten waren, Menschen, die nie getauft wurden, Angehörige, die für ihren Trauerfall eine Gestaltung ohne kirchliche Begleitung wünschen - es gibt viele Gründe, einen Todesfall mit einer konfessionsfreien Trauerfeier zu würdigen. Es gibt viele Gründe für eine freie Trauerrede. Der vielleicht wichtigste: Die freie Trauerrede bietet umfassende Möglichkeiten, den individuellen Gesichtspunkten eines Sterbefalles gerecht zu werden. Sie ist weder einer Lehre noch einer Institution verpflichtet und kann sich daher ganz auf das einlassen, was den Betroffenen und Getroffenen wichtig und hilfreich ist.

Eine freie Trauerrede ist in der Lage, sowohl mit religiösen als auch mit ausgesprochen a-theistischen Lebenskonzepten umzugehen und sie angemessen zur Geltung zu bringen. Großen Wert legt sie dabei auf die Darlegung der prägnanten Lebenslinien und der im Leben des Verstorbenen verwirklichten Werte. In dieses Nachzeichnen eines nun beendeten Weges hinein knüpft sie Aussagen, die dieses Leben überdauern, und die den Hinterbliebenen und Trauernden einen konstruktiven Umgang mit der veränderten Situation ermöglichen. Größtmögliche Transparenz und Anschaulichkeit erreicht sie dabei dadurch, dass sie nach Möglichkeit einen persönlichen Gegenstand aus dem Leben des Verstorbenen zur Verdeutlichung heranzieht.

Eine freie Trauerrede ist nicht weltanschaulich neutral. Das Leben ist nicht neutral - und der Tod ebenfalls nicht. Sowohl das Leben als auch das Sterben hat unverwechselbare individuelle Züge. Sie sind Grundlage und Quelle des Redens. So kann verantwortete Trauerrede sowohl auf kirchliche Dogmatik als auch auf philosophische Allgemeinplätze verzichten und dennoch dem Anspruch auf praktizierbare Lebenshilfe und Trauergestaltung gerecht werden.

Flankiert wird sie bei diesem Vorhaben von den musikalischen und literarischen Möglichkeiten, die den Wünschen der Angehörigen oder dem Leben des Verstorbenen entspringen. Musik und Poesie sind ein Spiegel dieser gelebten Existenz, Worte und Klänge sprechen aus erlebten Ebenen. So wird die gesamte Trauerfeier zu einer Erfahrung von höchster Intensität und Authentizität. Sie ist und bleibt ein Unikat - wie auch der Verstorbene es war.

Aus der Praxis

Man sieht nur mit dem Herzen gut!
Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

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