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Ernst CranReden & RitualeNürnberg

Bonbon des Monats

Geburt

Das erste große Trauma: Abgeschobenen in das Leben. Ausgewürgt mit wehendem Pressen, weggestöhnt mit pumpendem Schrei. Blut und Fetzen als Begleiter. Geborsten die Hülle aus watteweicher Wärme. Der eiskalte Hauch der Schere zwingt zum ersten Atemzug. Ein Universum jagt das andere. Alle Versorgung gekappt. Die Suche beginnt. Hilflose Bewegungen. Wo schlägt der vertraute Rhythmus? Wo lässt sich ahnend Witterung aufnehmen dieser einen großen Umgebenheit? Ein erster kleiner Ersatz: Die zittrig erschöpfte Brust, unter der sich dieses ewige Schlagen hören lässt. Ein erstes kleines Angebot: Sich an der spendenden Warze vollsaugen. Lebenssaft, der Blähungen macht. Arbeit beginnt. Arbeiten, um zu leben. Dieses Universum ist an Materie gebunden. Materie bindet an Arbeit und Aufwand. Auch heute. Jeden Tag dieses Lebens.

Gemeinsames Schicksal verbindet, sagt man. Mein Blick auf die anderen Geborenen wird milder

Autor: Ernst Cran

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